Auswahl der mitgebrachten Gegenstände
Die Gegenstände hatten für uns vor allem früher eine grosse Bedeutung. Als wir die Dinge auswählten, erinnerten wir uns an die Momente zurück, in denen die einzelnen Gegenstände für uns wertvoll waren.
Auswahlkriterien
Für uns Stand vor allem der Nutzen für andere im Vordergrund. Wir wollten nicht einfach Dinge mitnehmen, von denen wir ausgingen, dass sie sowieso niemand will. Grundsätzlich sollen andere Menschen ja Freude an daran finden. Bei mir war dies etwas schwierig, da ich kurz zuvor umzog und das meiste von dem, was ich nicht mehr brauchte, bereits verschenkt hatte. Ausserdem verkauften wir bei unserer Flohmarktaktion die meisten, für uns nicht mehr verwendbaren Gegenstände.
Abschied
Die Trennung von den mitgebrachten Gegenständen war teilweise leicht und manchmal eher schwer. Meine CD-Box war für mich zum Beispiel eine Erinnerung an Amerika, da sie mich dort drei Monate lang begleitet hatte. Bigna fiel die Trennung vom neusten Harry Potter Buch auch eher schwer, weil damit viele Emotionen verbunden waren.
Emotionen während der Ausstellung
Für uns war es interessant durch den Kreuzgang zu schlendern und die verschiedenen mitgebrachten Dinge anzusehen. Zuerst waren einige Hemmungen da, etwas einfach gratis mitzunehmen. Bereits im Voraus überlegten wir uns, dass wir nicht zu viele Gegenstände mit nach Hause nehmen wollen und sich diese dann wieder irgendwo häufen.
Übrig gebliebene Gegenstände
Bei uns blieben keine Gegenstände liegen. Als wir nach einer „Runde“ wieder an unseren Ausstellungsort zurückkamen, waren die mitgebrachten Sachen bereits weg. Wir freuten uns darüber, dass unsere Gegenstände einen neuen, glücklichen Besitzer gefunden hatten.
Mitgebrachtes und Mitgenommenes
Insgesamt brachten wir als Gruppe fünf Gegenstände mit und mitgenommen wurde nur einer. Wie bereits erwähnt, wollten wir nicht Dinge nach Hause nehmen, die wir nicht wirklich brauchen und irgendwo wieder herumstehen.
Schulpraxis
Mit den Kindern müsste zuerst besprochen werden, welche Art von Gegenständen mitgebracht werden kann, so dass die Kinder nicht einfach „Abfall“ mitbringen. Des Weiteren ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Anzahl mitzubringender Gegenstände auf maximal fünf zu limitieren. Dann müsste abgeklärt werden, was mit übrig bleibenden Gegenständen geschieht. Für die Tauschaktion müsste auch ein geeigneter Raum gefunden werden. Der Raum müsste möglichst gross sein, damit die Dinge getrennt und anschaulich ausgestellt werden können.
Montag, 19. Mai 2008
Montag, 12. Mai 2008
Nachhaltiges Handeln
Um etwas für eine Nachhaltige Zukunft zu tun, machten wir an einem Flohmarkt mit. Dabei war ich vor allem für die Organisation von zu verkaufenden Gegenständen, dessen Transport und die Dokumentation verantwortlich. Bigna, Angela und Anna verkauften grösstenteils die gesammelten Dinge auf dem Flohmarkt. Die Arbeit begann bereits frühmorgens. Leider hatten wir keinen Stand reserviert. Glücklicherweise konnte dann aber ein Stand übernommen werden, der eigentlich reserviert war, aber von niemandem besetzt wurde. Dafür mussten wir 50 Franken bezahlen, die wir dann von unserem "Verdienst" abzogen. Am Ende hatten wir gut 300 Franken eingenommen. Leider mussten wir aber diversen Spendern von Gütern, die wir verkauften, etwas abgeben. So blieben zum Schluss 100 Franken, die wir spenden können. Diese Spende geht nach Südindien in ein Hilfsprojekt, welches von der Organisation CESCI = Centre for Experting Socio-Cultural Interaction verwirklicht wird. Neben vielen anderen Engagements und Aufgaben gründete das CESCI in den umliegenden Dörfern Nachhilfeklassen für alle Dorfkinder. Jeden Abend von 17 Uhr bis 19 Uhr dürfen die Kinder zu einer indischen Lehrerin. Diese lernt mit den Kindern zusätzlich und erklärt auch den Stoff erneut, weil diese Kinder von zu Hause keinerlei Unterstützung und Anregungen für die Schule erhalten. Es entsteht auch eine soziale Kontrolle, wenn z.B. ein Kind lange krank ist oder die Familie Unterstütung braucht, wird dies von der Lehrperson an das CESCI getragen. Die Kindergruppen des CESCI haben auch eine eigene Finanzierung für Schulmaterialien eingeführt. Jede Kindergruppe hat eine Gruppenkasse, in der die Kinder ein Teil ihres eigenen Sackgeldes abgeben. Daraus können sich diejenigen Kinder, welche z.B. wieder einen neuen Bleistift brauchen, das Geld nehmen. Das CESCI gab die Startfinanzierung und stütz diese Gruppenkassen auch finanzelle mit. Das CESCI möchte die Kinder zur Selbsthilfe anleiten und die Kinder erfahren dadurch, dass sie gefördert und unterstützt werden. Somit soll auch verhindert werden, dass die Kinder nicht zu sogenannten "drop-outs" werden, also Kinder, welche die Schule vorzeitig verlassen. Diese Quote liegt in Indien leider immer noch erschreckend hoch, bis zur fünften Klasse haben über 50% der Kinder die Schule abgebrochen. (Soziale Nachhaltigkeit) Unsere Spende geht geziehlt in dieses Schulprojekt..
Der Flohmarkt war eine sehr interessante Erfahrung. Vor allem die Begegnung mit den verschiedensten Menschen war sehr speziell. Einerseits kamen Verkäufer von anderen Ständen, die bei uns einkauften, um die gekauften Dinge an ihrem Stand wieder teurer zu verkaufen. Da wir keine Ahnung hatten, wie viel unsere Gegenstände wert waren, hatten die Verkäufer oft Glück, weil die Dinge zu billig angeboten wurden. Andererseits gab es aber auch Leute, die am Stand stehen blieben und ein Gespräch suchten. Diese Gespräche manchmal wirklich interessant und bereichernd. Es kam vor, dass diese Leute zum Schluss einfach etwas kauften, weil wir sympathisch wirkten.
Was macht einen Flohmarkt für uns nachhaltig?
Für uns ging es darum, dass Dinge, die für uns keinen Wert mehr hatten oder nicht mehr gebraucht wurden, Menschen angeboten werden konnten, die sich daran erfreuen. Für uns war das Geld zweitrangig. Durch den Kontakt mit den verschiedensten Menschen konnte eine kleine Einsicht in deren Leben gewonnen werden. Der Erlös wird an eine soziale Organisation gespendet.
Ausserdem gehen Eltern mit ihren Kindern an Flohmärkte. Die Kinder können dabei lernen, dass Gegenstände, die für sie keinen Nutzen mehr haben, für andere Menschen durchaus wertvoll sein können. Ihnen kann aufgezeigt werden, dass Dinge wieder verwendet werden können und nicht einfach weggeworfen oder im Keller vergessen werden müssen. Sie erkennen, dass dadurch anderen Menschen geholfen (zum Beispiel durch eine Spende) oder ihnen zumindest eine Freude bereitet werden kann. Damit wird die Sozialkompetenz und ein umweltbewusstes Nutzungsverhalten im Haushalt gefördert. Uns ist klar, dass dies den Kindern aber explit erklärt werden muss und viele Eltern wahrscheinlich bei einem Bummel durch den Flohmarkt nicht daran denken. Deshalb würde es Sinn machen mit einer Schulkasse entweder einen Flohmarkt zu besuchen oder sogar selbst einen zu machen.
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