Seit meiner ersten Rückmeldung ist einige Zeit vergangen. Noch einmal melde ich mich bei Ihnen, nachdem ich alle Posts von 4 Bloggruppen und viele Kommentare gelesen habe: gut durchdachte, tiefgründige sowie oberflächliche, rasch hingeschriebene (sie wissen es ja selber). Gerne füge ich den Ihren noch ein paar Bemerkungen zu.
1. Im Wochenblog zur Naturerfahrung gab es neben eindrücklichen und stimmungsvollen Bildern auch berührende und teils sehr philosophische Texte. Dieser Blog fiel offenbar in die Zeit des Abschlusses Ihrer Diplomarbeiten. In stressigen Zeiten fällt ja das Abschalten und Auftanken, das „einfach Dasein“ besonders schwer, auch wenn man es genau dann am nötigsten hat. Aus Berichten zu ganz selbstverständlichen, kleinen Dingen wie Schneeflocken oder Sonnenstrahlen, jubilierenden Vögeln oder gluckernden Bächlein erfahre ich, dass wer sich ins Herz der Natur begibt, sich wirklich auf sie einlässt, auch einen grossen Gewinn davon hat (und gilt ja auch für anderes im Studium…)
Spannend war zu lesen, wie sehr Extremerfahrungen in der Natur wie Biwakieren, Scheeschuhwanderungen im Sturm als tiefe Erlebnisse zurückbleiben. Auch mir sind diejenigen Skitouren am stärksten in Erinnerung geblieben, die am meisten von mir abverlangt haben. Sind Grenzerfahrungen nötig, um der Natur etwas abzugewinnen? Oder sind sie wichtig, um eigene Sorgen und Nöte zu relativieren? Können wir nicht auch im alltäglichen Kontakt zur Natur diese Verbundenheit erfahren, spüren wie klein wir sind in diesem ganzen grossen Netz Natur und so sehr abhängig von ihm.
2. Der Artikel von Otto Herz ist teilweise als anspruchsvoll, trocken und anstrengend zu lesen empfunden worden. Ich habe mich aber gefreut, wie einige von Ihnen diesen für mich positiv visionären Artikel strukturiert haben und so für sich doch noch erschliessen konnten und die konkreten Möglichkeiten auf eine gute Art reflektierten und sogar für die Kindergartenstufe noch Ideen herausarbeiten konnten. Es geht wohl nicht darum, dass alle genannten Vorschläge verwirklicht werden, sondern die eine oder andere Idee soll Ihnen helfen, BNE ganz konkret in Ihre Arbeit einzubauen. Es sind Visionen und Ideale, die er formuliert, lassen Sie sich davon nicht abschrecken - sie sollten langfristig keine Visionen bleiben, sondern einen selbstverständlichen Platz in der Praxis einnehmen.
3. Nach dem Referat von Frau Künzli haben Sie eine Analyse der Kompetenzen und Prinzipien bei einem bereits bestehenden Plakat gemacht. Dort ist für mich nicht immer genau nachvollziehbar, was Sie erarbeitet haben, da teils auch Angaben von Lernzielen und Teilkompetenzen fehlen.
Die Arbeit an einem eigenen Thema empfand ich als ertragreich. Sie haben intensiv diskutiert und sich in der kurzen Zeit doch gut eingelassen auf die Thematik. Bei der Visionsorientierung fällt mir auf, dass Sie diese zum Teil im umgekehrten Sinn verstanden haben, als sie wirklich gemeint ist: Wie sähe die Welt aus, wenn es kein Abfall mehr weggetragen würde hat eine negative Konnotation. Eine Vision wird hier aber verstanden als der Entwurf einer erwünschten, positiven Zukunft (siehe Handout Künzli S. 3).
Mit diesen Übungen hoffen wir natürlich, dass sowohl das Einbeziehen des Nachhaltigkeitsdreiecks wie auch die didaktischen Prinzipien für BNE langsam aber sicher bei Ihrer Unterrichtsvorbereitung zur Selbstverständlichkeit werden, wie einige von Ihnen in Posts oder Kommentaren bemerken. Sie wissen nun auch, wie bereits bestehende Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit ergänzt oder verändert werden können.
Guten Abschluss und herzlichen Gruss
U.Frischknecht
PS: Wenn Sie nichts mehr von mir hören, gilt dieser Teil des Modulnachweises als bestanden. Dort wo mehrere Posts und/oder Kommentare fehlen, falsch datiert sind oder qualitativ nicht genügen, werden wir uns noch melden.
Dienstag, 15. April 2008
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