Wenn ich einen Kaffee geniesse, frage ich mich selten, wie er entstanden ist und woher er kommt.
Nun möchte ich diesem einmal auf den Grund gehen.
Es gibt verschiedene Länder, in welchen Kaffeebäume wachsen. Sie benötigen ein tropisches Klima (Durchschnittstemperatur von 18 bis 22 Grad) und viel Feuchtigkeit. Kaffee ist ein bedeutendes Welthandelsprodukt. Die jährliche Weltkaffeeproduktion liegt bei ca. 100 Mio. Sack Rohkaffe zu je 60 kg.
Wenn die Blütezeit vorbei ist, beginnt die Frucht zu reifen. Die reife Frucht hat einen Durchmesser von ungefähr 1,5 cm. Dieses Aussehen gab der reifen Frucht den Namen Kaffeekirsche. Bei einem Schnitt durch die Kaffeekirsche haben wir fünf Schichten: Fruchthülle, Fruchtfleisch, Hülse, Silberhaut und schliesslich die Kaffeebohne. In einer Kaffeekirsche findet man zwei Kaffeebohnen, paarig im Fruchtfleisch eingebettet. Der Ertrag eines Kaffeebaumes schwankt zwischen 400 und 2000 Gramm Arabica- und zwischen 600 und 2200 Gramm Robusta-Kaffeebohnen. Wie gross der Arbeitsaufwand bei der Ernte ist, sieht man daran, dass für 500 g Kaffeebohnen 2,5 kg Kaffeekirschen gepflückt werden müssen.
Es gibt zwei verschiedene Aufbereitungsformen von Kaffee, die Trockene und die Nasse. Diese hängen jeweils von den Verhältnissen ab.
Nach dieser Aufbereitung ist die Kaffeebohne bereit, geröstet zu werden. Der Kaffee wird während dem Rösten in der Rösttrommel bei ca. 250 bis 280 Grad ständig mittels einer Drehtrommel in Bewegung gehalten. Die Bohnen verändern sich durch das Rösten chemisch. Rohkaffeebohnen haben sozusagen keinen Geschmack und strahlen nur oberflächlich gewisse Aromen aus, die sich aber beim Rösten vollständig entwickeln. Durch die Einwirkung der hohen Temperatur wird zuerst aller Fruchtzucker caramelisiert. Dadurch entsteht auch die braune Farbe des Kaffeegetränkes.
Der Kaffee muss natürlich noch transportiert werden. Es sind also sehr viele Leute und Maschinen an diesen Vorgängen beteiligt, was mich sehr beeindruckt. Oft trinken wir einfach einen Kaffee und denken gar nicht, wie dieser eigentlich entstanden ist.
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2 Kommentare:
Genau das ist eines der Probleme unserer Gesellschaft. Wir haben einen hohen Lebensstandard und sehen daher vieles als selbstverständlich an. Ich denke, dass es viele Menschen gar nicht interessiert, wie hart andere Menschen für sie arbeiten müssen. Oder viele wollen es vielleicht auch gar nicht wissen, weil sie sonst das schlechte Gewissen plagt. Wir sollten uns jedoch vermehrt darum bemühen Produkte aus fairem Handel zu kaufen. Ich persönlich werde wieder vermehrt darauf achten.
Sehr detaillierte Angaben, wie Kaffee entsteht. Ich finde aber, dass dies keine Vernetzung ist. Du beschreibst, wie Kaffee hergestellt wird, dies ist aber ein linearer Vorgang, an dessen Ende du und wir alle stehen, als Endverbraucher aller Food- und Non-foodprodukte. Das Netz ist aber viel weitreichender: Welche Einflüsse hat unser Kaffeekonsum auf die Produzierenden Länder? Was passiert, wenn auf einmal alle nur noch Max Havelaar Produkte kaufen? Geht das überhaupt? Um auf das Thema der nachhaltigen Entwicklung zurück zu kommen: Wie kann ich mein Kaufverhalten ändern, damit sich die Lage der Produzenten und der Arbeiter ändert? Ich denke, Max Havelaar ist eine guter Anfang.
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